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Die Korkernte

Kork ist ein bemerkenswerter nachwachsender Rohstoff. Korkeichen werden nicht gefällt, sondern durch das Entfernen der Rinde abgeerntet. Die Ernte wird ausschließlich von einem spezialisierten Team ausgeführt werden, da die Schälungen Erfahrung und Sorgfalt voraussetzen. So kann dieses traditionsreiche Handwerk nicht durch Maschinen ersetzt werden.

 

Um den hochwertigen Amadia Kork (Cortiça Amadia) zu erhalten, ist eine lange Wartezeit in Kauf zu nehmen:

  • Die erste Ernte erfolgt im Alter von 20 - 25 Jahren. Der sogenannte Jungfrauen-Kork (Desbóia) wird für Fußbodenbeläge und Dämmmaterialien eingesetzt.
  • Nach weiteren 9-12 Jahre erfolgt die zweite Ernte, die als Sekundärer Kork (cortiça secundária) bezeichnet und wie die erste Ernte verarbeitet wird.
  • Der hochwertige Amadia Kork kann frühestens nach weiteren 9 Jahre geerntet werden.

Somit beträgt die Wartezeit für dieses auserlesene Naturprodukt mindestens 38 Jahre. Die vollständige Regeneration wiederholt sich alle 9-12 Jahre nach der Ernte.

 

Das größte Anbaugebiet der immergrünen Korkeiche ist das Alentejo - eine Region im Herzen Portugals. Hier wachsen die Bäume, wild und locker verstreut, in Kombination mit Weide- und Ackerflächen. Montado lautet der portugiesische Begriff für diese beweideten Eichenhaine, in denen die charakteristischen, schwarzen Schweine im Herbst unter den Korkeichen genüsslich deren Eicheln auffressen.

Nur durch Verwendung und Ernte des Korks kann diese über 1000 Jahre alte südeuropäische Natur- und Kulturlandschaft erhalten bleiben. Ohne den Abbau des Korks und somit die Nicht-Bewirtschaftung der Flächen, wäre dies das Ende dieser einzigartigen Landschaftsform. Viele Tierarten darunter der Luchs, Hase und Kaiseradler würden ihren Lebensraum an die Versteppung verlieren, sowie bis zu 12.500 Pflanzenarten die in den Korkeichenwälder beheimatet sind.

 

Vergleichbar ist dies mit der Schwäbischen Alb: Ohne Beweidung durch Schafherden würde diese einzigartige Landschaft für immer verloren gehen.

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